
voll lieab (at) (UA)
Ein Theaterstück über Abtreibungen in einer Inszenierung von Anja Wohlfahrt, Theater am Lend Graz
„voll lieab (at)" ist ein Theaterstück, das auf Interviews basiert. Es fragt danach, wie von den Interviewten über Abtreibung gesprochen wird: welche Sätze und Worte wie kombiniert werden, über wen oder was wie geredet wird; welche Sprache, welches Selbst- und gesellschaftliches Bild sich zeigt. So ist eine Montageform der Wiederholung entstanden: immer wieder befragen Text, Inszenierung und Sprecher*innen zusammen mit den Zuschauenden: Was habe ich gehört, was wird da gesagt und was sagen Text und Worte noch, auf anderen Ebenen, in anderen Arrangements, anderen Anordnungen? Wieviele Stimmen sprechen aus der einen, die berichtet, noch?
Mit: Sissi Noé und Grrrls Chor Graz – Marie Maierhofer, Annalena Santin, Alexandra Schrötter, Larissa Nagel, Raphaela Nadja Miklauc, Felicitas Fallmann
Text: Sophia Barthelmes
Regie: Anja M.Wohlfahrt
Bühne: Andrea Meschik
Musik: Grilli Pollheimer
Licht: Kathrin Eingang
Design: Clara Diemling
[en]
A theatre play about abortion, that is a collage developed from fragments of text from interviews with women who had an abortion. Text: Sophia Barthelmes; Director: Anja M. Wohlfahrt
© Edi Haberl
"Theater als Ultraschall einer Entscheidung" von Christoph Hartner
Steirer Krone vom 21.12.2024
Der Chor der Schwangeren ringt minutenlang nach Worten (...) Da wächst etwas. (…) Die Geschichten von Frauen, die eine Abtreibung hatten, sind Grundlage des Stücks "voll lieab", das im Theater am Lend zu sehen ist. Autorin Sophia Barthelmes und Regisseurin Anja M. Wohlfahrt setzen (…) nicht auf episches Nacherzählen, sondern fragmentieren die Erlebnisse, klopfen sie in einer poetischen Verdichtung auf ihre gesellschaftliche Bedeutung ab. (…) Für all das findet das Team starke, bewegende und oft schmerzhafte Bilder.“
"Falscher Trost und echter Traum" von Daniel Hadler
Kleine Zeitung vom Dezember 2024
[...] Die vielen Möglichkeiten, wie ein solcher Abend missglücken kann, sie werden schlüssig umschifft. Weil das Stück in Licht und Ton die richtigen Mittel findet und sich keine moralischen Abkürzungen gönnt. Ein starker Abend.